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Katathym-Imaginative Psychotherapie

Ihr Begründer, der Göttinger Arzt und Psychoanalytiker Hans Karl Leuner, bezeichnete mit dieser tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapiemethode, einen Vorgang, in dem Imaginationen, also Phantasien, Vorstellungsbilder und Tagträume von der Therapeutin begleitet werden.

Das theoretische Grundkonzept wurzelt in der Tradition der Psychoanalyse. Der Tagtraum unterliegt ähnlichen Gesetzmäßigkeiten wie der Nachttraum, der individuelle Bedeutungsgehalt des Symbols in der Imagination wird zusammen mit dem Klienten entschlüsselt.

Der Tagtraum wird mit einer Entspannungsübung eingeleitet: Der Klient wird darin gebeten, sich zu entspannen, ruhig zu atmen und sich dann ein Motiv wie beispielsweise eine Blume, eine Wiese, einen Bach etc. vorzustellen und der Therapeutin darüber zu berichten was nun in seiner Vorstellungswelt spontan entsteht. Dabei soll er mit allen Sinnen spüren und auf seine Gefühle achten. Das genaue Beschreiben seiner inneren Vorstellung, das Achten auf Körperwahrnehmungen, das Sprechen über begleitende Gefühle, bildet einen sich verstärkenden Kreisprozess von immer deutlicher werdenden Vorstellungsbildern und tiefer körperlicher Entspannung. In allen Motiven machen sich konfliktbesetzte Erlebnisbereiche des Klienten in Form von fixierten Bildern unbewusst fest.

Die imaginative Phase dauert 15 bis 30 Minuten. Das Nachgespräch bezieht sich meist auf die oft starken Gefühlsregungen, die im Tagtraum erlebt wurden, auf die Inhalte des Tagtraums und mögliche Assoziationen zum Erlebten.

Das Ziel ist es, dem Klienten Einsichten in unbewusste konflikthafte Objektbeziehungen zu vermitteln, seine Gefühlswelt besser zu erspüren.

Die Haltung der Psychotherapeutin ist überwiegend protektiv und gewährend und orientiert sich an einer affektiven Reaktion des Klienten, die sie versucht nicht zu stark werden zu lassen.

Nicht nur unsere Träume und Tagträume sind von Bildern durchsetzt, auch unsere Denkprozesse. Der denkende und fühlende Mensch ist ein imaginierendes, Bilder produzierendes und von außen Bilder empfangendes Wesen. Ohne Bilder scheint das Seelenleben eines jedes Menschen nicht vorstellbar.